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Wie die Freimaurer die westlichen Werte erfanden

jaeger_grossen orientÜber das Wirken der Freimaurerei hinter den Fassaden der Politik hüllt sich die deutsche Presse gemeinhin in Schweigen. In Frankreich geht man weitaus freizügiger mit dem Thema um. Dort treten Größen der Politik ganz selbstverständlich als Redner bei Veranstaltungen z.B. des Grand Orient auf, der einflussreichen französischen Großloge. Sucht man in der deutschen Presselandschaft kritische Informationen über die Freimaurer, dann kann man sie am ehesten bei deren traditionellem Erzfeind finden: der katholischen Kirche. So lässt die papsttreue Nachrichtenseite katholisches.info verlautbaren, dass rund ein Drittel der Minister unter dem französischen Staatspräsidenten François Hollande Freimaurer sind. Unversöhnlich steht die Kirche den geheimbündlerischen Machenschaften der Logen gegenüber, seit ihr diese die Deutungshoheit über den Wertekanon des Abendlandes entrissen haben. Bis heute gelten die „fünf Grundpfeiler der Freimaurerei“, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, wie selbstverständlich als ewig gültige westliche Werte, in deren Namen auch Krieg und Folter gegen sogenannte „Feinde der Menschlichkeit“ gerechtfertigt werden.

Lorenz Jäger, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat 2009 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Hinter dem Großen Orient. Freimaurerei und Revolutionsbewegungen“. Darin spannt er einen weiten Bogen von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart, liefert biographische Skizzen und wagt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der revolutionären Bewegungen. Die Säkularisierung ohne die Freimaurer zu begreifen, hieße, sie gleichsam als naturgesetzliches Wirken misszuverstehen. In Wahrheit strebten die Logen zielstrebig einen Fundamentalumbau der westlichen Zivilisation an, beginnend mit der Verweltlichung der christlichen Moral. So konstatiert Jäger:

Es handelte sich im achzehnten Jahrhundert darum, Religion durch Moral zu ersetzen. Die Frömmigkeit wurde privat, öffentlich wurde die „Tugend“. (14)

Was die Französische Revolution sich auf die Fahnen schrieb und was fortan den Grundstock der „westlichen Werte“ bilden sollte, findet sich vorformuliert in den exklusiven Zirkeln der Logen.

Habermas hat den Logengedanken bündig formuliert: „Die soziale Gleichheit war zunächst nur als eine Gleichheit außerhalb des Staates möglich.“ Indem sie, jedenfalls dem Programm nach, keine Konfession ausschlossen, waren die Freimaurer für humanitär-universalistische Ideen offen. (15)

Doch diese Werte galt es auch innerhalb des Staates zu etablieren, nachdem die traditionellen beseitigt wären. Als ein staatenübergreifendes Netzwerk boten die Logen Revolutionären unterschiedlichster Nationalität und Gesinnung die Möglichkeit, miteinander in Kommunikation zu treten:

Im neunzehnten Jahrhundert bestanden zwischen den Protagonisten der radikalen, republikanischen, demokratischen und sozialistischen Bewegungen einerseits und den Freimaurern andererseits enge Beziehungen. Sieht man es von der Seite der Politisch-Oppositionellen her, die meist auch scharf antiklerikal eingestellt waren, dann bot die internationale Gemeinschaft der Freimaurer eine europaweite, bis nach Rußland reichende Infrastruktur der Kommunikation, die ihnen die Kontaktaufnahme zu möglichen Sympathisanten, sei es in Italien, in Polen, in Frankreich oder in Großbritannien, erlaubte. (22)

Die berühmte Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ deckte genau wie die präferierten politischen Ausrichtungen der revolutionären Akteure ein hohes Maß an Deutungsspielraum ab:

„Freiheit“ konnte Liberalismus bedeuten und, durch das Geheimnis geschützt, auch Anarchismus. „Gleichheit“ konnte für Rechtsstaatlichkeit und für gleiches demokratisches Wahlrecht stehen oder für Sozialismus; „Brüderlichkeit“ für nationale Solidarität der Republik, oder für eine frühe Form der globalistischen Ideologie […] oder für die Bruderkette der Eingeweihten selbst. Dieses Schillern ist die Freimaurerei des neunzehnten Jahrhunderts. Vom fortschrittlichen Bürgertum bis weit in die Linke hinein vereinigt sie die Kader der Republik. (22)

Für Jäger steht es außer Frage, dass die Freimaurer eine immense Bedeutung für die Koordinierung revolutionärer Umstürze besessen haben:

Die Freimaurerei diente den Revolutionsbewegungen teils als Rekrutierungsraum, teils als Kommunikationsnetzwerk; manchmal als Rückzugsbasis und manchmal als Versteck, als Stützpunkt legaler Deckung. Nirgendwo hat sich wie in Frankreich, und von dort ausgehend dann auch in den anderen Ländern der Romania, der Zusammenhang von Ideologie der Republik, Antiklerikalismus und Freimaurerei so deutlich hergestellt. (24)

Am Ende des Buches wagt es Jäger, die mögliche Absicht hinter den freimaurerischen Bestrebungen, einen revolutionären Wandel der Gesellschaft herbeizuführen, zu erahnen, sowie die Gefahren abzuschätzen:

Alle Tendenzen, die wir beobachtet haben, kommen in der Vorstellung der Emanzipation, der „Befreiung“ überein. Zieht man die Linien des freimaurerischen Gedankens aus, dann steht am Ende die völlig autonom gewordene Menschheit. Aber zugleich wäre sie dann unausweichlich einer geheimen Leitung unterworfen, einem verschwiegenen Kreis, zu dessen innersten Lehren kein Uneingeweihter Zugang haben darf, der durch eine Omertà nach Außen [sic!] geschützt wäre und die Erforschung seiner Soziologie proskribieren könnte. (136)

Diese Befreiung ist folglich belastet durch einen gravierenden Mangel. Mittels ihrer heimlichen Steuerung aus den abgeschirmten Kreisen der Logen heraus überführt sie die Staaten in eine neue Form des Totalitarismus:

Man hätte, in äußerster Konsequenz, eine Herrschaftsform, gegen die gehalten vielleicht selbst die historischen Totalitarismen verblassen würden. Die Souveränität einzelner Staaten wäre beschränkt durch einen „Völkerbund“, den schon Georg Forster antizipierte. Der kirchliche Einfluß, der noch über den sowjetisch bestimmten Kommunismus siegte, wäre vollends ausgeschaltet; die Gemeinschaften in Individuen atomisiert. Damit wäre die Möglichkeit der Resistenz zunichte gemacht. (136)

In den meisten Geschichtsbüchern werden die „westlichen Werte“ als Errungenschaft der Aufklärung bezeichnet. Doch man kann sie ebenso gut „freimaurerische Werte“ nennen, zumal die einflussreichsten Vertreter der Aufklärung Freimaurer waren. Spätestens die nachweislich auf Lügen basierenden Kriege der USA gegen Afghanistan und den Irak im Namen ebendieser „Werte“ neben zahlreichen weiteren „humanitären Interventionen“ sollten Zweifel aufkommen lassen. Fahrlässig werden hehre Ideale dafür instrumentalisiert, Terror und Krieg zu verbreiten. Tatsächlich befindet sich die „westliche Wertegemeinschaft“ in einer tiefen Vertrauenskrise. Es ist höchste Zeit, die Mächte hinter der Macht in Augenschein zu nehmen.

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Günter Grass warnt vor Atomkrieg

Dass Günter Grass‘ Prosagedicht „Was gesagt werden muss“ hohe Wellen schlagen würde, dürfte klar gewesen sein. Immerhin greift er darin den Staat Israel frontal an mit Sätzen wie diesem:

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?

Hier sei Ursache und Wirkung vertauscht, tönte es sogleich voller Empörung von allen Seiten, denn eindeutig stelle ja Iran die Gefährdung dar, nicht Israel. Im ARD-Interview bezieht sich der Nobelpreisträger auf den kürzlichen Besuch von Israels Premier Benjamin Netanjahu in Washington Anfang März. Dort warb er um Garantien, im Falle eines Alleingangs gegen Iran im Notfall auf amerikanische Unterstützung zählen zu können. Auch wies Grass auf den Verkauf deutscher U-Boote an Israel hin, die mit Atomsprengköpfen bewaffnet werden könnten.

Damals überreichte der Premier dem US-Präsidenten ein Exemplar des alttestamentlichen Buches Esther. Es handelt von einem persischen König, der die Ausrottung der Juden im ganzen Land befahl, am Ende jedoch am Galgen endete. Die Botschaft ist eindeutig und richtet sich wohl in erster Linie an die breite Front der in heilgeschichtlichen Zusammenhängen fühlenden Amerikaner, denen der Schutz Israels aus ebensolchen Gründen am Herzen liegt. Die geforderten Garantien hat Netanjahu von Obama bekommen, eine militärische Option wurde explizit in Betracht gezogen.

Die Gefahr, die vom Iran ausgeht, entspricht in etwa der Gefahr, die vom Irak Saddam Husseins ausging. Es handelt sich um eine virtuelle Gefährdung, denn die Existenz eines Atomwaffenprogramms gilt sogar dem US-Geheimdienst CIA als unwahrscheinlich. Selbst wenn sich nach einem Militärschlag herausstellen sollte, dass Iran keine Atomwaffen gebaut hat, welche Konsequenzen würde dies haben? Wohl keine, wie der Irakkrieg gezeigt hat.

Wenn Günter Grass „mit letzter Tinte“ seinen Ruf riskiert, um die Welt vor Israels Kriegsplänen zu warnen, sollten wir uns hüten, darin Symptome des geistigen Abbaus eines alternden Schriftstellers zu sehen. Vielmehr sollten wir den Mut würdigen und den Tatsachen endlich ins Auge sehen: Die Welt hat sich seit dem 11. September 2001 verändert. Präventivkriege im Namen virtueller Bedrohungen sind seither zur geläufigen Doktrin geworden. Ein archaisches Freund-Feind-Schema, durch die Massenmedien millionenfach verbreitet, verhindert einen klaren Blick auf die wahre Situation. Die Vorverurteilung ist an die Stelle rechtsstaatlicher Normen getreten. Folter gilt als gangbare Methode zur „Wahrheitsfindung“. Im Namen der Terrorabwehr wird allenorts der Überwachungsstaat aufgebaut. Zugleich wird die geläufige höchst spekulative Deutung der 9/11-Ereignisse ebenso wie die Täterschaft des Saudis Osama Bin Laden als unumstößliche Wahrheit proklamiert.

„Was gesagt werden muss“ ist mitnichten ein antisemitisches Pamphlet, sondern eine Mahnung in letzter Sekunde. Die Sorge vor einem nuklearen Krieg treibt Günter Grass an, keine Israel- oder womöglich Judenfeindlichkeit. Der Umgang des Westens mit der Wahrheit zwingt ihn zum Brechen seines Schweigens. Doch fruchtbringend werden seine Worte nur werden, wenn noch viel mehr Intellektuelle sich die Worte zu eigen machen würden:

ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin

Lesen Sie auch:

Stellungnahme der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.“

Umstrittenes Zitat von Ahmadinedschad: Der iranische Schlüsselsatz (sueddeutsche.de)

Kommentar: Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass (Thomas Nehls, tagesschau.de)

Die israelischen Atomwaffen und ihre Bedeutung für die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten (Clemens Ronnefeldt, ag-friedensforschung.de)

Jenseits des Schleiers (1)

Gut zwei Jahrhunderte nachdem die säkulare Wissenschaft begonnen hat, dem Menschen der westlichen Zivilisation seine Welt zu entzaubern und den Fortschritt zu predigen, begegnen wir heute einer neuen Form des Unglaubens. Scharenweise verlieren Menschen den Glauben an den Schleier der modernen Welt, wie er uns in der tösenden und glitzernden Evidenz der Massengesellschaft begegnet, in Straßenverkehr, Kaufhäusern, Kinofilmen, Popkultur, iPhones, Facebook. Genau wie vor 200 Jahren stehen heute wieder Gewissheiten zur Disposition. Gewusst haben wir es irgendwie alle, dass es kein ewiges „Wachstum“ geben kann, dass unser „Wohlstand“ teuer erkauft ist, kurz: dass dieses scheinbar so vernünftige System in Wahrheit unvernünftig ist.

Mehr Unbehagen lösen vielleicht die vielen Widersprüche aus, die in Zeiten der „Krise“ noch deutlicher ins Auge treten. Wie kann ein „freiheitliches“ System seinen „Feinden“ begegnen, indem es die Freiheiten abschafft? Wie kann man von Frieden reden und dennoch Krieg führen? Wie können wir uns als „reiche“ Länder begreifen und doch hochverschuldet sein bis zum drohenden Kollaps? Hinter dem Schleier der Verheißungen von Freiheit, Friede, Demokratie und Wohlstand droht eine unbequeme Wahrheit. Längst hat eine fatale Dynamik die Welt ergriffen, die sich täglich in Wachstumsprognosen, Bilanzen und Börsenkursen niederschlägt. Mit analytischer Kälte wird die Welt wie eine kolossale Maschine betrieben, der wie in Fritz Langs „Metropolis“ gleichsam Menschen zum Opfer gebracht werden.

Je mehr von „Zukunftsfähigkeit“ gesprochen wird, desto klarer wird doch, dass irgendwie die Zukunft zugunsten exponentieller Wachstumskurven und kurzfristiger Profite bereits unwiederbringlich verkauft wurde. Die Maschine folgt einer ehernen Logik. Indem sie wächst und wächst, lassen sich die Unbeirrbaren, die ihre Effizienz täglich steigern, vom Wahnbild blenden, diese Entwicklung sei „alternativlos“. Sind wir nur noch ein willenloses Gefolge, das blind in den Schlund des „Molochs“ getrieben wird? Werden Menschen, Tiere, Pflanzen, ja die ganze Erde schließlich immer gründlicher „verwertet“, damit die Maschine im Zenith ihrer Perfektion in sich zusammenstürzt – weil es nichts mehr gäbe, was sie noch verzehren könnte?

 

Fritz Lang: „Metropolis“, Ausschnitt:

Propaganda global: Wie wir auf die Neue Weltordnung vorbereitet werden

Viel wird im Netz über die „Neue Weltordnung“ (NWO) spekuliert, Horrorszenarien eines Weltfaschismus und globalen Polizeistaats entworfen. Doch was ist dran an solchen Befürchtungen? Bei der arglosen Lektüre des „Weltatlas & Länderlexikon“ (Tandem-Verlag, 2008) bin ich gestern fast vom Hocker gefallen, so explizit bereitet uns das harmlos daherkommende Buch propagandistisch auf die schöne neue Welt vor. Das im Jahr 2000 in der Originalausgabe im Verlag Ransom House Australia („Geographica’s World Reference. Over 1.000 pages of global information“) erschienene Nachschlagewerk beruft sich u. a. auf das „CIA World Fact Book“. Allein das sollte zu denken geben. Im folgenden möchte ich einige Auszüge präsentieren, die das hohe manipulative Potential des Buches aufzeigen.

Der Nationalstaat als Auslaufmodell

In knappen Kapiteln wird der Leser über die groben Entwicklungen informiert, die zur Welt geführt haben, wie wir sie kennen. Doch immer wieder wird in Prognosen in die Zukunft geschaut. So sei beispielsweise der Nationalstaat inzwischen ein Auslaufmodell:

Am Anfang des 21. Jh. werden sie [die Nationalstaaten] in ihrer Bedeutung aber durch supranationale Staatengruppen abgelöst sein, da viele bezweifeln, dass Nationalstaaten noch in der Lage sind, die Probleme innerhalb ihrer Grenzen zu lösen und mit Machtfaktoren umzugehen, die von regionaler oder globaler Bedeutung sind. (S. 192f.)

Dabei spielt die Europäische Union eine zentrale Rolle:

Manche sehen in der EU den Anfang vom Ende des territorialen Nationalstaats, so wie wir ihn kennen. Vielleicht erweist sich die Entwicklung in Europa einmal mehr als wegweisend. (S. 195)

Folgerichtig belehrt uns das Buch im Anschluss über die internationalen Organisationen, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründet wurden, allen voran die UN und der IWF. Rund 500 staatliche und nochmals 5000 nichtstaatliche würden inzwischen existieren. Und trotzdem äußert der Autor harsche Kritik an den Vereinten Nationen:

Zeitweise wirken sie wie eine machtlose, handlungsunfähige Institution und gleichen eher einer Diskussionsrunde der Großmächte als dem von manchen ihrer Mitglieder angestrebten „Weltparlament“. (S. 197)

Die Ursachen sind schnell ausgemacht: nationale Egoismen und eine chronische Unterfinanzierung. Auch ein Lösungsvorschlag lässt nicht lange auf sich warten, wird aber erstaunlich unkommentiert an das Ende des Kapitels gestellt:

Zu Beginn des 21. Jh. steht die Idee der Gründung einer Weltregierung zwar noch im Raum, hat aber deutlich an Dringlichkeit verloren. (S. 198)

Globalisierung ist vollkommene Verwandlung

Energisch ausgeholt wird dann in der anschließenden knappen Behandlung des Themas Globalisierung, die zunächst mit einer Definition beginnt:

Globalisierung bezeichnet die Änderung des Maßstabs menschlicher Prozesse und Aktivitäten, wie sie im letzten Vierteljahrhundert vor sich ging – dabei werden Aufgabenbereiche des Staats globalen Organisationen übertragen. (S. 200)

Hier erfahren wir auch von den Motoren der Globalisierung, nämlich den multinationalen Konzernen, von denen die „moderne globale Wirtschaft“ gesteuert werde. Mal wieder wagt der Autor einen Blick in die Zukunft. Eigentlich seien diese Konzerne noch nicht global, da sie sich auf Märkte und Aktionäre im Heimatland konzentrierten, doch werde

der Begriff global in Wirtschaftskreisen bereits weitgehend verwendet, um eine Handlungsebene zu bezeichnen, die die meisten Firmen in absehbarer Zukunft anstreben. Dazu gehören eine internationale Belegschaft, Aktionäre in mehreren Staaten und Produktverkäufe auf allen Märkten weltweit. (S. 201)

Eine Prognose schließt sich an, die uns eine völlige Veränderung vorhersagt:

Viele Experten sind der Ansicht, dass die Globalisierung die Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert vollkommen verwandeln wird, bis es keine nationalen Produkte mehr gibt, keine nationalen Firmen, keine nationalen Industrien, ja keine nationalen Wirtschaften. (S. 201f.)

Der globale Mensch

Mit ähnlich drastischen Worten, die an Suggestivität kaum zu überbieten sind, wird eine soziale Veränderung und eine künftige Zweiklassengesellschaft vorausgesagt:

Beim Erfolg auf dem weltweiten Markt sind die einzelnen Staaten vollkommen auf die Fähigkeiten ihrer Bewohner angewiesen, und sie werden gegen starke externe Kräfte anzukämpfen haben, die eine sich ständig verbreiternde Kluft zwischen einem qualifizierten, global denkenden Bevölkerungsteil und einer wachsenden ungebildeten, „weltfremden“ Unterschicht schaffen können. (S. 202)

Die Globalisierung fordert gleichsam einen „Neuen Menschen“, der global denkt, sofern er nicht zur „weltfremden“ Unterschicht gehören will. Als pikante Note sei erwähnt, dass „Globalisierung“ den letzten Abschnitt bildet im Oberkapitel „Mensch und Welt“. Indem dieses mit der „Evolution des Menschen“ beginnnt, lässt das Buch die Menschheit in zwingender Konsequenz in die globale Ordnung als ihrem geschichtlichen Ziel münden.

Wohlgemerkt sind es die Konzerne, deren globale Vernetzungsstrukturen die ebenso globale Transformation der Staatengebilde zur Folge haben sollen. Kritische Fragen werden vom Autor klar entschieden:

Führt die Globalisierung z. B. zur kulturellen Homogenität? Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Viel deutet darauf hin, dass sich derzeit eine globale Kultur entwickelt. (S. 203)

Gänzlich bezeichnend ist die Art, wie uns die Globalisierung als alternativlos dargestellt und die etablierten globalisierungskritischen Organisationen wie Attac mit keinem Wort erwähnt werden. Deren Rolle nimmt eine andere bekannte Gruppe ein:

Andererseits gibt es auch Bewegungen, die sich der globalen Homogenisierung widersetzen – z. B. die Fundamentalisten aller religiösen Gemeinschaften. (S. 203)

Globalisierungsgegner werden demnach als weltfremde Idioten oder religiöse Fundamentalisten stigmatisiert. Wie als Warnung schließt das Kapitel mit dem Satz:

Ob man es nun schätzt oder fürchtet: Die Globalisierung wird sich vermutlich als Schlüsselprozess des 21. Jh. erweisen. (S. 203)

Loveparade: Eva Herman, Prophetin der letzten Tage

Eva Herman

Kurz nachdem auf der Duisburger Loveparade 21 Menschen ums Leben kamen, hat Eva Herman bereits verbal aufgerüstet. Diesmal wittert sie hinter dem dröhnenden „Sodom und Gomorrha“ geradezu das Schallen der apokalyptischen Posaunen. Anders ließe sich sonst wohl kaum die Pietätlosigkeit erklären, die allein der Titel „Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg“ offenbart. Das Plädoyer, das sie auf den Seiten des Kopp-Verlages abgegeben hat, spart nicht an religiösen Sujets:

Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance.

Das schlimmste sei nicht allein, dass sich die Partygäste freiwillig das

stereotype Rave-Gehämmere, das nicht mehr im Geringsten etwas mit dem einstmaligen Begriff von Musik zu tun hat

antun würden, schlimmer noch sei der sittliche Verfall, der damit einhergehe:

Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.

Keine Frage, da hat der Teufel (sie vermeidet das Wort!) die Hände im Spiel, er verführt die Jugend und treibt sie direkt ins Verderben:

Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.

In der Katastrophe von Duisburg liest Herman wie einst die Mönche in der Johannesapokalypse, und selbstverständlich handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs. Denn der Satan hat längst die ganze Gesellschaft verdorben:

Niemand wird jetzt natürlich, angesichts der Zahl von nahezu zwanzig Toten und den weiteren zahlreichen, zum Teil schwerverletzten jungen Leuten, über die entfesselten Auswüchse der »geilsten Party der Welt« berichten, die symbolisch doch nur für den kulturellen und geistigen Absturz einer ganzen Gesellschaft steht.

Man ahnt, wo Herman den Teufel wittert, wo sich der große Antichrist, der Strippenzieher allen Übels, verborgen hält:

Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

Angesichts des biblischen Bezugsrahmens ihrer Worte klingt der abschließende Satz fast überflüssig, denn längst weiß der Leser, dass die Katastrophe nur übersinnliche Ursachen haben kann. Nun aber vermutet sie darin gar göttliches Wirken:

Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!

Doch Eva Herman hat das alles nicht so böse gemeint, wie es klingt. In einem zweiten Artikel reagiert sie auf die empörten Reaktionen auf ersteren. Doch eher platitüdenhaft kommen die mitfühlenden Worte daher:

Einige junge Leute waren ärgerlich, weil sie die Menschen, die bei dem Unglück in Duisburg ums Leben kamen, durch einige meiner Worte diskriminiert sahen. Mir ist es wichtig, klarzustellen, dass dies nicht geschehen ist, sondern dass ich im Gegenteil in dem Artikel mein tiefstes Beileid ausgesprochen habe.

Frau Herman wirbt um Verständnis, denn wie einst Martin Luther King hat auch sie einen Traum:

Den Traum eines Landes mit glücklichen Menschen, ohne Drogen, ohne übermäßigen Alkohol, ohne eine sexualisierte Gesellschaft, sondern eines Landes, in dem Menschen leben, denen Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt wichtig sind. Wünschenswert wäre ein Land, in dem die Menschen sich füreinander verantwortlich fühlen, ein Land, in welchem Politiker nicht mehr die Unwahrheit sagen dürfen, ein Land mit Medien, die wahr berichten. Ein Land mit geistiger Freiheit und Hilfe sowie Liebe für den Nächsten.

An ihrem Feindbild hält sie freilich fest:

Natürlich übe ich in dem Artikel, wie immer übrigens, Kritik an den Urhebern des allgemeinen Sittenverfalls, wozu meines Erachtens hauptsächlich die sogenannten Achtundsechziger gehören. Sie haben Werte wie moralischen Anstand nahezu abgeschafft.

Eva Herman malt ein Bild der Gesellschaft, für das die Eindimensionalität unseres politischen Rechts-Links-Schemas vollkommen ausreicht. Die Bösen sind ganz klar die „Linken“, sie allein tragen die Schuld. Und Grund allen Übels ist der sittliche Verfall, den letztere zu verantworten haben. Wenn Frau Herman solch monokausale Erklärungsmuster ausreichen, sollte man ihr dringlichst eine Erweiterung ihres Horizontes empfehlen. Vielleicht würde sie dann erkennen, dass es die Kommerzialisierung der Loveparade war, die zu der Katastrophe geführt hat: Die Stadt suchte eine preiswerte Imagepolitur, der Veranstalter die perfekte Werbemaßnahme für seine Fitnessstudios. Dazu passt dann auch die verlogene Prahlerei mit völlig übertriebenen Besucherzahlen. Nicht die vermeintliche Sittenlosigkeit hat zu dieser Katastrophe geführt, sondern die Logik eines gesellschaftlichen Systems, das einzig ökonomischen Gesetzen folgt.

TV-Doku: „Der Kurssturz des goldenen Kalbes“

Werbung am Turm des Wiener Stephansdoms

Am 25. November 2008 hat der österreichische Sender ORF2 eine Dokumentation von Andreas Gruber mit dem Titel „Der Kurssturz des goldenen Kalbes. Welche Religion kommt nach dem Kapitalismus?“ ausgestrahlt. Sie basiert auf dem Fragment „Kapitalismus als Religion“ von Walter Benjamin (siehe Blogartikel „Geldscheine und Götterbilder“). Der Kapitalismus wird als System mit Universalitätsanspruch geschildert, das über quasi-religiöse Mechanismen verfügt und alle Lebensbereiche durchdringt. Der eingeforderte Konsumkult verlangt den „Gläubigen“ eine uneingeschränkte Ausrichtung auf materielle Güter ab. Er transformiert darüber hinaus den Mensch zum Objekt seiner eigenen Verehrung. Aber der Kapitalismus zerstört auch seine eigenen Grundlagen durch ökologische Vernichtung, maßlose Ausbeutung von Ressourcen und die Erzeugung wiederkehrender ökonomischer Krisen.

Es folgt nun eine Zusammenfassung dieser ausgezeichneten Dokumentation.

Geschickt lässt Gruber den Film am Wiener Stephansdom beginnen, um die Touristenströme als Symptom der ganz und gar diesseitig orientierten Religion Kapitalismus zu deuten. Der Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister bleibt ganz in diesem Bild:

Man stelle sich vor: eine feierliche Prozession der Eliten einer Gesellschaft, der Nobelpreisträger der Nationalökonomie, der führenden politischen Köpfe der Christlich-Sozialen, Konservativen, Sozialdemokraten, der bedeutendsten Journalisten und der Medien, und alle wandeln dahin unter der Monstranz, in der verborgen ist die unsichtbare Hand der Marktkräfte. Der tiefe Glaube, dass der Markt alle wesentlichen Fragen des wirtschaftlichen Zusammenlebens löst. Und sie marschieren in der Straße der Freiheit, und plötzlich stoßen sie an und es stellt sich heraus, es war eine Sackgasse. Was passiert dann?

Innerhalb dieses Systems habe die Finanz- und Wirtschaftskrise zugleich eine Glaubenskrise ausgelöst. Für einen Nachruf sei es zwar noch zu früh, aber zumindest ein genauer Blick auf dessen Mechanismen sei erforderlich, um die Suche nach Alternativen zu erleichtern. Der Kulturphilosoph Wolfgang Müller-Funk betont, dass jede Kultur oder Gesellschaft über ein Programm verfügt, das den Menschen Sicherheit und Halt gibt. Neben religiösen Traditionen könnten auch Ideologien diese Funktion ausüben.

Im Falle unserer westlichen Gesellschaften konstatiert Gruber einen Wandel weg von christlichen Werten hin zu einem auf äußerem Schein basierenden System:

Der totale Markt wurde zum faktisch allgegenwärtigen Leitsystem einer Gesellschaft, die Werte durch äußeren Anschein ersetzt hat. Die frohe Botschaft der Religion Kapitalismus war die radikale Antithese zum biblischen Evangelium. Ihr Credo war: „Und führe uns in Versuchung!“ und bedeutete die grenzenlose Steigerung des Konsums hin zum atemlosen Tanz ums goldene Kalb. Der Gläubige dieses Systems definierte seine Identität als Konsument: flexibel und austauschbar. Der totale Markt war in den letzten Jahrzehnten mehr als ein bloßer Wirtschaftsmechanismus. Seinem quasi-religiös fundamentalistischen Allmachts- und Erlösungsanspruch war nicht nur die Wirtschaft, sondern alle Lebensbereiche unterworfen.

Müller-Funk spricht deshalb von „ökonomischem Absolutismus“, weil

in allen Lebensbereichen das Ökonomische das Dominante ist. Das heißt die Entscheidung, was passieren soll, liegt in der Hand des Ökonomischen, […] es soll keine politische Kontrolle des Ökonomischen geben, das schadet dem Ökonomischen, das schadet dem Markt.

Sogar der Modeschöpfer Wolfgang Joop erweist sich in der Dokumentation nicht nur als Kenner der Religion Kapitalismus, sondern auch als deren Kritiker. Nach den menschenfeindlichen Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts sei einzig der Kapitalismus revitalisierbar gewesen. Der „Weg des spirituellen Shoppings“ führe auch gegenüber religiösen Werten zu einem typischen Konsumverhalten.

Der Theologe Józef Niewiadomski äußert den einprägsamen Satz:

Wir haben keine Gebote, sondern nur noch Angebote.

Diese Logik der Angebote entpuppe sich schließlich als eine

knallharte Logik, die noch härter ist, als die Logik der alten Gebote.

Eine gravierende Folge der Religion Kapitalismus sei zudem der Wandel des Menschenbildes. Der Konsument forme sich zu seinem eigenen Objekt der Anbetung. Der permanente Kult des Konsums zwinge ihn dazu, gesund und leistungsfähig zu sein, denn über seine Leistung misst sich sein Wert. Im Fitnesstudio formt er sich quasi zu seinem eigenen Götzen.

Der Mensch als sein eigener Gott.

Die Werbeindustrie übernimmt die Rolle, die früher durch die Kirche ausgeübt wurde: Sie liefert die Bilder der „neuen Heilsgeschichte“. So erläutert der Werbeagentur-Chef Johann Reifetzhammer, dass es niemals nur um materielle, sondern um ideelle Werte gehe, die durch Bilder suggeriert werden sollen. Es gehe um das

Glücks- und Heilsversprechen schon vor dem Tod.

Weil die Religion Kapitalismus an keine Transzendenz glaubt, verwundert es kaum, dass es auch das Paradies auf Erden zu kaufen gibt: Urlaub unter Palmen am weißen Sandstrand.

Keine Vertröstung mehr aufs Jenseits. Ankunft und Einzug ins Paradies und zwei Wochen Himmel auf Erden.

Freilich offenbart gerade das kenianische Urlaubsparadies jenseits des abgesperrten All-Inclusive-Areals den Widerspruch des Systems:

Eine harte Sollbruchstelle einer ganz und gar nicht globalisierten Welt. Hier brechen Welten auseinander.

Das Heilsversprechen des Kapitalismus, der ganzen Welt Wohlstand zu ermöglichen, erweist sich nirgends so deutlich als Trugschluss wie in der Dritten Welt. Während Nahrung an den Börsen als Spekulationsobjekt gehandelt wird, hungern die Menschen auf der anderen Seite des Globus in Folge der Preisentwicklung.

In der Religion des totalen Marktes werden alle Fragen nach Gerechtigkeit, Chancengleichheit oder Solidarität tunlichst vermieden. Denn diese Religion hat keine Antworten auf moralische Fragen.

Auch ökologische Katastrophen und die maßlose Ressourcenausbeutung kommen zur Sprache,

der Preis für den Tanz ums goldene Kalb.

Zitiert wird Boris Groys mit einem schockierenden Schluss:

Die konsequenteste Form des Konsums ist die Vernichtung und der Verbrauch aller Dinge. Und der ideale Konsument ist letzlich der Tod.

Schulmeister stellt die These auf, dass der entfesselte Kapitalismus sich letztlich gegen sich selbst stellt und eine Krise auslöst:

Die Entfesselung der Finanzmärkte hat eine Eigendynamik entwickelt, die sich jetzt gegen den Neoliberalismus selber stellt. Das heißt das, was zur Systemänderung führt, ist die soziale Dynamik insgesamt, […] es ist die Ökonomie selber, die sich sozusagen partiell unterminiert und eine Krise produziert.

Müller-Funk schlägt schließlich als Lösungsansatz vor, zu beginnen, vom Universalitätsanspruch der kapitalistischen Logik abzuweichen:

Ein wesentlicher Punkt der Transformation wäre auf der kulturellen Ebene das Eingeständnis: Wir sind nicht gut beraten, den Kapitalismus als Kern unserer symbolischen Bestände zu nehmen. Wir brauchen sozusagen etwas, das anders ist als das Kapital, das anders ist als das Geld, das anders ist als die Beziehung zwischen Menschen, die nur auf dem wechselseitigen Zweckverhältnis basiert.


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