Archive for the 'Neue Weltordnung' Category

Wie die Freimaurer die westlichen Werte erfanden

jaeger_grossen orientÜber das Wirken der Freimaurerei hinter den Fassaden der Politik hüllt sich die deutsche Presse gemeinhin in Schweigen. In Frankreich geht man weitaus freizügiger mit dem Thema um. Dort treten Größen der Politik ganz selbstverständlich als Redner bei Veranstaltungen z.B. des Grand Orient auf, der einflussreichen französischen Großloge. Sucht man in der deutschen Presselandschaft kritische Informationen über die Freimaurer, dann kann man sie am ehesten bei deren traditionellem Erzfeind finden: der katholischen Kirche. So lässt die papsttreue Nachrichtenseite katholisches.info verlautbaren, dass rund ein Drittel der Minister unter dem französischen Staatspräsidenten François Hollande Freimaurer sind. Unversöhnlich steht die Kirche den geheimbündlerischen Machenschaften der Logen gegenüber, seit ihr diese die Deutungshoheit über den Wertekanon des Abendlandes entrissen haben. Bis heute gelten die „fünf Grundpfeiler der Freimaurerei“, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, wie selbstverständlich als ewig gültige westliche Werte, in deren Namen auch Krieg und Folter gegen sogenannte „Feinde der Menschlichkeit“ gerechtfertigt werden.

Lorenz Jäger, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat 2009 ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Hinter dem Großen Orient. Freimaurerei und Revolutionsbewegungen“. Darin spannt er einen weiten Bogen von der Französischen Revolution bis in die Gegenwart, liefert biographische Skizzen und wagt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der revolutionären Bewegungen. Die Säkularisierung ohne die Freimaurer zu begreifen, hieße, sie gleichsam als naturgesetzliches Wirken misszuverstehen. In Wahrheit strebten die Logen zielstrebig einen Fundamentalumbau der westlichen Zivilisation an, beginnend mit der Verweltlichung der christlichen Moral. So konstatiert Jäger:

Es handelte sich im achzehnten Jahrhundert darum, Religion durch Moral zu ersetzen. Die Frömmigkeit wurde privat, öffentlich wurde die „Tugend“. (14)

Was die Französische Revolution sich auf die Fahnen schrieb und was fortan den Grundstock der „westlichen Werte“ bilden sollte, findet sich vorformuliert in den exklusiven Zirkeln der Logen.

Habermas hat den Logengedanken bündig formuliert: „Die soziale Gleichheit war zunächst nur als eine Gleichheit außerhalb des Staates möglich.“ Indem sie, jedenfalls dem Programm nach, keine Konfession ausschlossen, waren die Freimaurer für humanitär-universalistische Ideen offen. (15)

Doch diese Werte galt es auch innerhalb des Staates zu etablieren, nachdem die traditionellen beseitigt wären. Als ein staatenübergreifendes Netzwerk boten die Logen Revolutionären unterschiedlichster Nationalität und Gesinnung die Möglichkeit, miteinander in Kommunikation zu treten:

Im neunzehnten Jahrhundert bestanden zwischen den Protagonisten der radikalen, republikanischen, demokratischen und sozialistischen Bewegungen einerseits und den Freimaurern andererseits enge Beziehungen. Sieht man es von der Seite der Politisch-Oppositionellen her, die meist auch scharf antiklerikal eingestellt waren, dann bot die internationale Gemeinschaft der Freimaurer eine europaweite, bis nach Rußland reichende Infrastruktur der Kommunikation, die ihnen die Kontaktaufnahme zu möglichen Sympathisanten, sei es in Italien, in Polen, in Frankreich oder in Großbritannien, erlaubte. (22)

Die berühmte Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ deckte genau wie die präferierten politischen Ausrichtungen der revolutionären Akteure ein hohes Maß an Deutungsspielraum ab:

„Freiheit“ konnte Liberalismus bedeuten und, durch das Geheimnis geschützt, auch Anarchismus. „Gleichheit“ konnte für Rechtsstaatlichkeit und für gleiches demokratisches Wahlrecht stehen oder für Sozialismus; „Brüderlichkeit“ für nationale Solidarität der Republik, oder für eine frühe Form der globalistischen Ideologie […] oder für die Bruderkette der Eingeweihten selbst. Dieses Schillern ist die Freimaurerei des neunzehnten Jahrhunderts. Vom fortschrittlichen Bürgertum bis weit in die Linke hinein vereinigt sie die Kader der Republik. (22)

Für Jäger steht es außer Frage, dass die Freimaurer eine immense Bedeutung für die Koordinierung revolutionärer Umstürze besessen haben:

Die Freimaurerei diente den Revolutionsbewegungen teils als Rekrutierungsraum, teils als Kommunikationsnetzwerk; manchmal als Rückzugsbasis und manchmal als Versteck, als Stützpunkt legaler Deckung. Nirgendwo hat sich wie in Frankreich, und von dort ausgehend dann auch in den anderen Ländern der Romania, der Zusammenhang von Ideologie der Republik, Antiklerikalismus und Freimaurerei so deutlich hergestellt. (24)

Am Ende des Buches wagt es Jäger, die mögliche Absicht hinter den freimaurerischen Bestrebungen, einen revolutionären Wandel der Gesellschaft herbeizuführen, zu erahnen, sowie die Gefahren abzuschätzen:

Alle Tendenzen, die wir beobachtet haben, kommen in der Vorstellung der Emanzipation, der „Befreiung“ überein. Zieht man die Linien des freimaurerischen Gedankens aus, dann steht am Ende die völlig autonom gewordene Menschheit. Aber zugleich wäre sie dann unausweichlich einer geheimen Leitung unterworfen, einem verschwiegenen Kreis, zu dessen innersten Lehren kein Uneingeweihter Zugang haben darf, der durch eine Omertà nach Außen [sic!] geschützt wäre und die Erforschung seiner Soziologie proskribieren könnte. (136)

Diese Befreiung ist folglich belastet durch einen gravierenden Mangel. Mittels ihrer heimlichen Steuerung aus den abgeschirmten Kreisen der Logen heraus überführt sie die Staaten in eine neue Form des Totalitarismus:

Man hätte, in äußerster Konsequenz, eine Herrschaftsform, gegen die gehalten vielleicht selbst die historischen Totalitarismen verblassen würden. Die Souveränität einzelner Staaten wäre beschränkt durch einen „Völkerbund“, den schon Georg Forster antizipierte. Der kirchliche Einfluß, der noch über den sowjetisch bestimmten Kommunismus siegte, wäre vollends ausgeschaltet; die Gemeinschaften in Individuen atomisiert. Damit wäre die Möglichkeit der Resistenz zunichte gemacht. (136)

In den meisten Geschichtsbüchern werden die „westlichen Werte“ als Errungenschaft der Aufklärung bezeichnet. Doch man kann sie ebenso gut „freimaurerische Werte“ nennen, zumal die einflussreichsten Vertreter der Aufklärung Freimaurer waren. Spätestens die nachweislich auf Lügen basierenden Kriege der USA gegen Afghanistan und den Irak im Namen ebendieser „Werte“ neben zahlreichen weiteren „humanitären Interventionen“ sollten Zweifel aufkommen lassen. Fahrlässig werden hehre Ideale dafür instrumentalisiert, Terror und Krieg zu verbreiten. Tatsächlich befindet sich die „westliche Wertegemeinschaft“ in einer tiefen Vertrauenskrise. Es ist höchste Zeit, die Mächte hinter der Macht in Augenschein zu nehmen.

Klimaschutz als Dogma

Der Spiegel berichtet heute über einen Eklat um den Klimaforscher der Bundesregierung Stefan Rahmstorf. Folgendes ist vorgefallen: Die Journalistin Irene Meichsner hatte für die Frankfurter Rundschau einen kritischen Artikel bezüglich des UNO-Klimaberichts, kurz IPCC-Report, veröffentlicht. Dort mokiert sie sich darüber, dass Dürre-Prognosen für Nordafrika in einem Kapitel des Berichts zu knapp belegt seien.

Das war Rahmstorf offenbar zu viel. Er griff in einem Blog Meichsner scharf an, warf ihr schlechte Recherche vor und bezichtigte sie, den IPCC-Report nicht gelesen zu haben. Nachdem er seine Beschwerden auch vor die Redaktion der Frankfurter Rundschau trug, wurde der Artikel aus dem Netz genommen. Freundlicherweise verlinkt Rahmstorf selbst jedoch auf den Kölner Stadtanzeiger, wo er tags zuvor erschienen war, jedoch später geringfügigen Änderungen unterzogen wurde. Der Satz

Darin wird auch behauptet, dass ganz Afrika von gravierenden Dürren heimgesucht werden wird. Diese These entbehrt jedoch jeder wissenschaftlichen Grundlage.

wurde wie folgt umgeschrieben:

Darin wird auch behauptet, dass weiten Teilen Afrikas gravierende Dürren drohen. Diese These ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Im Februar hatte nun das Landgericht Köln der Journalistin Recht gegeben und Rahmstorf zur Unterlassung seiner Behauptungen verurteilt. Der Fall macht deutlich, wie sehr es in Fragen des Klimawandels inzwischen um eine dogmatische Auseinandersetzung geht. Rahmstorf ist dabei nicht irgendein Klimaforscher, sondern Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Damit bekommt der Fall auch einen politischen Beigeschmack. Denn im WBGU wird aus den weltweiten Umweltproblemen eine klare politische Forderung abgeleitet, die man am besten im Hauptgutachten 2011 „Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ nachlesen kann. Dort heißt es etwa:

Die  WBGU-Analyse  zeigt  zudem,  dass  die  heute bestehenden Institutionen für die globale Politikgestaltung (global governance) nicht gut auf die Transformation vorbereitet sind.

Die „Große Transformation“ ist durchaus wörtlich gemeint, denn die globalen Probleme, so der Grundtenor des Gutachtens, sei nur durch weltweit stattfindende politische Veränderungen erreichbar:

Hier geht es gleichermaßen um die Neuordnung der Märkte und die  Umgestaltung  institutioneller  Ordnungen  wie  um „harte“  technologische  Innovationen  und  „weichen“ soziokulturellen Mentalitätswandel. Ein solcher Transformationsprozess  wird  schließlich  gegen  zahlreiche Blockademechanismen  und  Beharrungskräfte  durchgesetzt werden müssen.

Von den erörterten Zukunftsszenarien bevorzugt wird in dem Gutachten

eine multipolar strukturierte Weltordnung, in deren Rahmen  sich  ein  geopolitischer  Machtwettbewerb zwischen  den  Polen  eines  „kalten  Friedens“  und eines „heißen Konflikts“ bewegt,

während der heute bestehenden multilateralen Ordnung

Defizite und Grenzen hinsichtlich  globaler  Problemlösungsfähigkeit  und  Handlungsmacht

bescheinigt werden. Als Worst Case-Szenarien werden einerseits eine

unipolare Hegemonialordnung, z. B. unter Führerschaft Chinas

angeführt, zum anderen

eine  fortschreitende  Erosion  weltpolitischer  Ordnung  in  Folge  gehäufter  politischer  Katastrophen (policy disasters) und globalen Politikversagens.

Angesichts dieser „höheren Ziele“ mag es verständlich sein, dass Rahmstorf mit seiner Kritik an der Kritik so weit übers Ziel hinausgeschossen ist, dass sich Gerichte mit dem Fall beschäftigen mussten. Markus Lehmkuhl, der an der Freien Universität Berlin die Arbeitsstelle Wissenschaftsjournalismus leitet, hat klar Stellung bezogen. Unter dem Titel „Wahrheit und politische Agitation“ schreibt er im „wpk-Quarterly“ über den Fall:

Er bietet Anschauungsmaterial für den anmaßenden Mißbrauch des Wahrheitsbegriffes durch einen international bekannten Klimaforscher, der im Gewande des wissenschaftlichen Experten vorgeblich Wahrheit fordert, tatsächlich aber – einem politischen Agitator gleich – für das aus seiner Sicht Gute streitet.

Der Globalstaat, ein erstrebenswertes Ziel?

Zum gegenwärtig herrschenden Begründungsaufwand für verschiedene Modelle eines Weltstaats (oder supranationaler Zusammenschlüsse) steht die Begründungs- verweigerung für die Verabschiedung des demokratischen Nationalstaats in auffälligem Gegensatz.

Mit dieser bemerkenswerten Diagnose beginnt die Politikwissenschaftlerin Ingeborg Maus einen Aufsatz mit dem ebenso bemerkenswerten Titel „Vom Nationalstaat zum Globalstaat oder: der Niedergang der Demokratie“.

Fast 10 Jahre später erscheinen ihre warnenden Worte heute aktueller denn je. Forciert durch die längst nicht überwundene Finanz- und Wirtschaftskrise, für die der Steuerzahler wider Willen haften muss und nicht zuletzt durch die anhaltende globale Bedrohung des Lebensraumes durch den ungezügelten Raubbau an der Natur stehen Diskussionen um eine „Neue Weltordnung“ und einen „Weltstaat“ verstärkt auf der politischen Agenda…

Vollständigen Artikel lesen bei  

Propaganda global: Wie wir auf die Neue Weltordnung vorbereitet werden

Viel wird im Netz über die „Neue Weltordnung“ (NWO) spekuliert, Horrorszenarien eines Weltfaschismus und globalen Polizeistaats entworfen. Doch was ist dran an solchen Befürchtungen? Bei der arglosen Lektüre des „Weltatlas & Länderlexikon“ (Tandem-Verlag, 2008) bin ich gestern fast vom Hocker gefallen, so explizit bereitet uns das harmlos daherkommende Buch propagandistisch auf die schöne neue Welt vor. Das im Jahr 2000 in der Originalausgabe im Verlag Ransom House Australia („Geographica’s World Reference. Over 1.000 pages of global information“) erschienene Nachschlagewerk beruft sich u. a. auf das „CIA World Fact Book“. Allein das sollte zu denken geben. Im folgenden möchte ich einige Auszüge präsentieren, die das hohe manipulative Potential des Buches aufzeigen.

Der Nationalstaat als Auslaufmodell

In knappen Kapiteln wird der Leser über die groben Entwicklungen informiert, die zur Welt geführt haben, wie wir sie kennen. Doch immer wieder wird in Prognosen in die Zukunft geschaut. So sei beispielsweise der Nationalstaat inzwischen ein Auslaufmodell:

Am Anfang des 21. Jh. werden sie [die Nationalstaaten] in ihrer Bedeutung aber durch supranationale Staatengruppen abgelöst sein, da viele bezweifeln, dass Nationalstaaten noch in der Lage sind, die Probleme innerhalb ihrer Grenzen zu lösen und mit Machtfaktoren umzugehen, die von regionaler oder globaler Bedeutung sind. (S. 192f.)

Dabei spielt die Europäische Union eine zentrale Rolle:

Manche sehen in der EU den Anfang vom Ende des territorialen Nationalstaats, so wie wir ihn kennen. Vielleicht erweist sich die Entwicklung in Europa einmal mehr als wegweisend. (S. 195)

Folgerichtig belehrt uns das Buch im Anschluss über die internationalen Organisationen, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründet wurden, allen voran die UN und der IWF. Rund 500 staatliche und nochmals 5000 nichtstaatliche würden inzwischen existieren. Und trotzdem äußert der Autor harsche Kritik an den Vereinten Nationen:

Zeitweise wirken sie wie eine machtlose, handlungsunfähige Institution und gleichen eher einer Diskussionsrunde der Großmächte als dem von manchen ihrer Mitglieder angestrebten „Weltparlament“. (S. 197)

Die Ursachen sind schnell ausgemacht: nationale Egoismen und eine chronische Unterfinanzierung. Auch ein Lösungsvorschlag lässt nicht lange auf sich warten, wird aber erstaunlich unkommentiert an das Ende des Kapitels gestellt:

Zu Beginn des 21. Jh. steht die Idee der Gründung einer Weltregierung zwar noch im Raum, hat aber deutlich an Dringlichkeit verloren. (S. 198)

Globalisierung ist vollkommene Verwandlung

Energisch ausgeholt wird dann in der anschließenden knappen Behandlung des Themas Globalisierung, die zunächst mit einer Definition beginnt:

Globalisierung bezeichnet die Änderung des Maßstabs menschlicher Prozesse und Aktivitäten, wie sie im letzten Vierteljahrhundert vor sich ging – dabei werden Aufgabenbereiche des Staats globalen Organisationen übertragen. (S. 200)

Hier erfahren wir auch von den Motoren der Globalisierung, nämlich den multinationalen Konzernen, von denen die „moderne globale Wirtschaft“ gesteuert werde. Mal wieder wagt der Autor einen Blick in die Zukunft. Eigentlich seien diese Konzerne noch nicht global, da sie sich auf Märkte und Aktionäre im Heimatland konzentrierten, doch werde

der Begriff global in Wirtschaftskreisen bereits weitgehend verwendet, um eine Handlungsebene zu bezeichnen, die die meisten Firmen in absehbarer Zukunft anstreben. Dazu gehören eine internationale Belegschaft, Aktionäre in mehreren Staaten und Produktverkäufe auf allen Märkten weltweit. (S. 201)

Eine Prognose schließt sich an, die uns eine völlige Veränderung vorhersagt:

Viele Experten sind der Ansicht, dass die Globalisierung die Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert vollkommen verwandeln wird, bis es keine nationalen Produkte mehr gibt, keine nationalen Firmen, keine nationalen Industrien, ja keine nationalen Wirtschaften. (S. 201f.)

Der globale Mensch

Mit ähnlich drastischen Worten, die an Suggestivität kaum zu überbieten sind, wird eine soziale Veränderung und eine künftige Zweiklassengesellschaft vorausgesagt:

Beim Erfolg auf dem weltweiten Markt sind die einzelnen Staaten vollkommen auf die Fähigkeiten ihrer Bewohner angewiesen, und sie werden gegen starke externe Kräfte anzukämpfen haben, die eine sich ständig verbreiternde Kluft zwischen einem qualifizierten, global denkenden Bevölkerungsteil und einer wachsenden ungebildeten, „weltfremden“ Unterschicht schaffen können. (S. 202)

Die Globalisierung fordert gleichsam einen „Neuen Menschen“, der global denkt, sofern er nicht zur „weltfremden“ Unterschicht gehören will. Als pikante Note sei erwähnt, dass „Globalisierung“ den letzten Abschnitt bildet im Oberkapitel „Mensch und Welt“. Indem dieses mit der „Evolution des Menschen“ beginnnt, lässt das Buch die Menschheit in zwingender Konsequenz in die globale Ordnung als ihrem geschichtlichen Ziel münden.

Wohlgemerkt sind es die Konzerne, deren globale Vernetzungsstrukturen die ebenso globale Transformation der Staatengebilde zur Folge haben sollen. Kritische Fragen werden vom Autor klar entschieden:

Führt die Globalisierung z. B. zur kulturellen Homogenität? Hier gehen die Meinungen stark auseinander. Viel deutet darauf hin, dass sich derzeit eine globale Kultur entwickelt. (S. 203)

Gänzlich bezeichnend ist die Art, wie uns die Globalisierung als alternativlos dargestellt und die etablierten globalisierungskritischen Organisationen wie Attac mit keinem Wort erwähnt werden. Deren Rolle nimmt eine andere bekannte Gruppe ein:

Andererseits gibt es auch Bewegungen, die sich der globalen Homogenisierung widersetzen – z. B. die Fundamentalisten aller religiösen Gemeinschaften. (S. 203)

Globalisierungsgegner werden demnach als weltfremde Idioten oder religiöse Fundamentalisten stigmatisiert. Wie als Warnung schließt das Kapitel mit dem Satz:

Ob man es nun schätzt oder fürchtet: Die Globalisierung wird sich vermutlich als Schlüsselprozess des 21. Jh. erweisen. (S. 203)

Bilderberg-Konferenz: Treffen der Weltelite nahe Barcelona

Hotel Bilderberg in Oosterbeek

Auch dieses Jahr treffen sich wieder die Eliten aus Wirtschaft, Finanzen, Politik, Medien und Adel zur alljährlichen Bilderberg-Konferenz. Laut anonymen Quellen findet das Treffen vom 4. bis 7. Juni in Sitges, etwa 40 km südwestlich von Barcelona statt.
Benannt ist die Bilderberg-Konferenz nach Hotel Bilderberg in Oosterbeek in den Niederlanden, wo 1954 das erste Treffen dieser Art stattfand. Die Konferenz wurde damals vom wegen seiner Nazi-Vergangenheit umstrittenen Prinz Bernhard der Niederlande einberufen und findet seither jährlich an wechselndem Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
David Rothkopf, stellvertretender Staatssekretär für internationale Handelsbeziehungen in der Clinton-Regierung, hat sich in seinem Buch „Die Super-Klasse. Die Welt der internationalen Machtelite“ auch mit den Bilderberg-Konferenzen beschäftigt. Entgegen den Befürchtungen vieler Menschen, dass dort im elitären Zirkel Pläne zur Errichtung einer globalen Tyrranei geschmiedet würden, relativiert er deren Bedeutung:

Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass die Menschen, die Zugang zu diesen Institutionen haben […] geheime Pläne zur Eroberung der Weltherrschaft schmieden; aber es ist höchst wahrscheinlich, dass sie gemeinsame Interessen haben. Sowohl ihre Zielsetzungen als auch in vielen Fällen ihre Ansichten über die Welt und wie sie sich entwickeln sollte, ähneln sich. Wenn sie miteinander Kontakt aufnehmen, dann nicht, um sich als Gruppe zu verschwören, sondern um ihre eigene Macht durch vorteilhafte Verbindungen zu erweitern.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32720/1.html


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