Syrien: Auszüge aus dem Bericht der Beobachtermission

Die westlichen Medienberichte über die Ereignisse in Syrien sollten mit äußerster Vorsicht genossen werden. Denn wider besseres Wissen wird eine Wahrheit verbreitet, die zielstrebig auf eine Diskreditierung des syrischen Regimes hinausläuft. Wenngleich ich keinerlei Sympathien für autokratische Herrschaftsformen jedweder Art hege, so bin ich ebenso wenig bereit, westliche Medienberichte ernst zu nehmen, die wesentliche Fakten verschleiern und Spekulationen wie gesicherte Informationen behandeln.

Im folgenden möchte ich einige Auszüge aus dem offiziellen Bericht der Beobachtermission der Arabischen Liga zitieren. Einige „Zivilisten“, die mutmaßlich von den „Schlächtern“ Assads ermordet werden, sind demnach in Terrorakte gegen wirkliche Zivilisten verstrickt:

In Homs, Idlib and Hama, the Observer Mission witnessed acts of violence being committed against Government forces and civilians that resulted in several deaths and injuries. Examples of those acts include the bombing of a civilian bus, killing eight persons and injuring others, including women and children, and the bombing of a train carrying diesel oil. In another incident in Homs, a police bus was blown up, killing two police officers. A fuel pipeline and some small bridges were also bombed.

Auch wird in dem Bericht festgestellt, dass viele Gewalttaten, von denen berichtet wurde, von den Medien übertrieben dargestellt wurden:

The Mission noted that many parties falsely reported that explosions or violence had occurred in several locations. When the observers went to those locations, they found that those reports were unfounded.
The Mission also noted that, according to its teams in the field, the media exaggerated the nature of the incidents and the number of persons killed in incidents and protests in certain towns.

Zudem hat die Beobachtermission zahlreiche friedliche Demonstrationen der Regierungskritiker und -befürworter gleichermaßen im Land angetroffen, die ungestört stattfinden konnten:

According to their latest reports and their briefings to the Head of the Mission on 17 January 2012 in preparation for this report, group team leaders witnessed peaceful demonstrations by both Government supporters and the opposition in several places. None of those demonstrations were disrupted, except for some minor clashes with the Mission and between loyalists and opposition. These have not resulted in fatalities since the last presentation before the Arab Ministerial Committee on the Situation in Syria at its meeting of 8 January 2012.

Kritisiert wird von den Beobachtern, dass ihre Arbeit durch Falschmeldungen der Medien erschwert wurde. Ihre Mission sei gezielt diffamiert und sabotiert worden:

Since it began its work, the Mission has been the target of a vicious media campaign. Some media outlets have published unfounded statements, which they attributed to the Head of the Mission. They have also grossly exaggerated events, thereby distorting the truth.
Such contrived reports have helped to increase tensions among the Syrian people and undermined the observers’ work. Some media organizations were exploited in order to defame the Mission and its Head and cause the Mission to fail.

 

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5 Responses to “Syrien: Auszüge aus dem Bericht der Beobachtermission”


  1. 1 maya53 4. Februar 2012 um 13:09

    Natürlich möchte fast niemand diesen Bericht lesen, die syrische Regierung ist das Böse und basta! Das passt doch viel besser zu den Zielen der westlichen Regierungen.

    Der Bericht der Beobachtermission war nicht im westlichen Sinn, also wird er erst gar nicht veröfffentlicht!!

  2. 2 Welehamm 4. Februar 2012 um 14:04

    Leider bin ich noch nicht dahinter gekommen, weshalb mit aller Gewalt (damit meine ich auch Gewalt) der letzte laizistische Staat im Nahen Osten geknackt werden muss. Wer soll den dort übernehmen? Die Muslimbrüder? Vor allem die ZEIT zeichnet sich durch besonders starkes Syrienbashing aus. Mir erscheint das alles nicht logisch.

  3. 3 blogukas 4. Februar 2012 um 20:50

    Sehr gut recherchiert, ob dieser Herr Meyer wirklich Recht hat, kann nur die Zeit zeigen. Apropos Zeit, die ZEIT hatte wie schon oben erwähnt eine ganz andere Meinung und beruft sich auf ihre Informationen.

    Mein Beitrag dazu : http://blogukas.wordpress.com/2012/02/04/33/

  4. 4 Erik 8. Februar 2012 um 13:31

    Und warum glaubst du nun einem Bericht einer Beobachtermission, die von den Arabern selbst als gescheitert angesehen wird? Bei der der Leiter al Dahbi selbst nicht in gutem Licht dasteht? Bei der die Beobachter sich nicht unabhängig bewegen konnten? Bei der das Militär dort abgezogen wurde, wo Beobachter hingefahren wurden?

  5. 5 Nuntius 8. Februar 2012 um 14:03

    Erik, hier steht Aussage gegen Aussage. Nur wird in den westlichen Qualitätsmedien nur der einen Seite Gehör verschafft. Darum möchte ich die andere Seite beleuchten. Zwischen den bewaffneten Aufständischen und der Zivilbevölkerung wird in unseren Medien praktisch garnicht differenziert. Hätte man auch beim Irak- und Afghanistankrieg derart berichtet, dann hätten die Amerikaner über Jahre hinweg hunderttausende Zivilisten abgeschlachtet und es wäre Grund genug für das Ausland gewesen, innerhalb der USA bewaffnete Rebellen zu unterstützen um die US-Regierung zu stürzen.
    Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Krieg dürfen nur „wir“ führen, denn „unsere“ Kriege sind „humanitäre Interventionen“ und obendrein „chirurgische Operationen“. Und geostrategische Interessen verfolgen „wir“ nicht. Und „wir“ haben auch niemals Waffen an Assad und andere autokratische Regimes verkauft. Das machen nur die anderen, v.a. die „bösen“ Russen.


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