Stuttgart 21: Warum der Proteststurm gegen das Großprojekt?

Gegen das Projekt „Stuttgart 21“ gehen seit Wochen zehntausende Menschen auf die Straße. Ich will mich hier nicht über Sinn oder Unsinn von „S21“ auslassen, das haben andere zu Genüge getan. Besonders empfehlenswert ist die Zusammenfassung des Bloggers Spiegelfechter, weil hier die Argumente gegen Stuttgart 21 sehr prägnant formuliert werden.

Ich frage mich vielmehr, warum mit einer solchen Beharrlichkeit massenweise Menschen friedlich, aber leidenschaftlich gegen etwas demonstrieren, das ihnen von Politik und Medien als Segnung des Fortschritts, ja sogar als Voraussetzung für Deutschlands Zukunftsfähigkeit angepriesen wird. Darum habe ich eine Umfrage erstellt, in der nur die Gegner von S21 gefragt sind, vier Kreuze abzugeben je nach Priorität der Argumente.

4 Responses to “Stuttgart 21: Warum der Proteststurm gegen das Großprojekt?”


  1. 1 Stefan Sommer 12. Oktober 2010 um 12:37

    Da fehlt irgendwie noch „Das Projekt wird die Entwicklung eines flächendeckenden Regional- und Nahverkeh auf Jahrzehnte hinaus behindern“

  2. 2 TOMAYO 12. Oktober 2010 um 12:47

    Bessere Kommunikation?

    Wenn Politiker sich den Fehler eingestehen, dass von Beginn an nicht richtig geworben und die Bevölkerung nicht „mitgenommen“ wurde – was wollen Sie uns damit sagen? Dass mit besseren Infos sich S21-Gegner überzeugen lassen? Dass die Millionen für bunte Broschüren und inhaltsschwache Werbung umsonst war? Dass man wichtige Argumente vergessen hat?
    Was genau hätte man denn besser kommunizieren sollen? Das können die Befürworter ja jetzt gerne endlich mal sagen. Aber wetten, es wird nichts mehr kommen – weil es nämlich nichts Neues zu sagen gibt. Denn das alles sind nur Floskeln, um zu besänftigen und von allen Planungsfehlern abzulenken. Jetzt versucht es die Politik auf die schleimige Tour.

    Es geht auch nicht darum das Projekt S21 besser zu verkaufen. Denn die Befürworter haben sicher nicht ohne Grund lange Zeit vieles verschwiegen, was jetzt so langsam alles aufgedeckt wird. Denn dann wären ja die Menschen alle noch viel früher auf die Straße gegangen!

    Das Projekt selbst ist nämlich der Fehler! Eine einzige Katastrophe. Die vielen friedlichen Demonstranten (darunter unzählige langjährige CDU-Wähler) sind vor allem deshalb gegen S21, weil der neu geplante Tiefbahnhof absolut nicht notwendig, zu eng, zu kompliziert, zu unflexibel und schlussendlich eine Geldvernichtungsmaschine ist. Es gibt keinen Bahnknoten neu zu ordnen, denn es gibt kein Problem mit dem jetzigen Bahnhof, das gelöst werden müsste. Stuttgart hat den pünktlichsten Kopfbahnhof in ganz Deutschland!

    Wir alle sind für die Zukunft, für Modernität und Funktionalität – aber nicht für einen künstlich geschaffenen Engpass. Sondern für einen variablen und attraktiven, weil viel sinnvolleren Kopfbahnhof! Nur hier können Züge aufeinander warten, nur hier funktioniert der integrierte Taktfahrplan. Es geht auch nicht darum, in Zukunft alle Großprojekte zu hinterfragen. Aber wenn Verschlechterungen geplant sind statt Verbesserungen herbei zu führen, nur um Immobiliengeschäfte zu tätigen und schwäbischen Vetterleswirtschaft praktizieren zu können, dann wird sich auch in Zukunft das Volk einmischen und friedlich zur Wehr setzen.

    Übrigens – dies alles hat mit der Wahl im Frühjahr überhaupt nichts zu tun. Dass die CDU dann abgestraft wird, steht auf einem anderen Blatt. Der Widerstand wäre nämlich exakt derselbe auch wenn 2011 keine Wahlen wären. Solche billigen Argumente machen das Projekt S21 keinen Deut besser!

  3. 3 marchy 12. Oktober 2010 um 12:54

    Die Fragen greifen übrigens zu kurz, total vergessen wurde die permanente Verarsche, mit der die Politik seit Projektbeginn die Bürger versucht, über den Tisch zu ziehen.
    Kleiner Tipp: Mal nach „Bürgerbefragung 1996“ (Youtube Video) suchen. Dann wird es etwas verständlicher. (Projekt stand damals schon nicht zur Diskussion, man durfte mitreden, wo welche Bäume nach Projektende ev gepflanzt werden).

  4. 4 K.Schubert 13. Oktober 2010 um 01:11

    Ich bin dafür. Kopfbahnhöfe findet man doch nur als Autofahrer toll.


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